Wie entsteht ein Scheidenpilz?

Die Erkrankung eines Scheidenpilzes ist keine Seltenheit mehr. Fast drei Viertel aller Frauen haben mindestens einmal die Erfahrung mit den typischen Scheidenpilz-Symptomen, wie ständiges Brennen, Juckreiz oder körnigen Ausfluss, gemacht.

Ausgelöst wird diese störende, aber recht harmlose Erkrankung durch eine bestimmte Candida Pilz Form, die aus der Gruppe der Hefepilze stammt. Jeder Mensch ist unbemerkter Träger dieses Pilzes. Durch verschiedene Ursachen kann sich daraus der Scheidenpilz entwickeln.

Geschwächtes Immunsystem und Stress

Ein intaktes Immunsystem wehrt nicht nur Bakterien und Viren ab, sondern sorgt dafür, dass sich Pilze nicht verbreiten. Wird dieser natürliche Schutzmechanismus des Körpers durch eine Krankheit geschwächt, kommt es leicht zu einer Scheidenpilzinfektion.

Aber nicht nur durch Krankheiten wird das Immunsystem gestört, sondern auch Stress führt zu einer Schwäche der Abwehrstoffe. Emotionale Belastungen, extrem erhöhte Arbeitsbelastung, sowie Depressionen und Angstzustände können der Auslöser einer Immunschwäche sein und damit eine mögliche Scheidenpilz Erkrankung unterstützen.

Hormonschwankungen

In der Pubertätszeit, während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren durchleben Frauen eine Veränderung im Hormonhaushalt. Durch den Anstieg des Östrogenspiegels erhöht sich in den Zellwänden der Vaginalhaut die Bildung des Glykogens Gehalt. Für den Candida Albicans Pilz ist dies der perfekte Nährboden, um sich zu entwickeln.

Übertriebene Intimhygiene

Um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern, achten viele Frauen auf eine extreme Intimhygiene. Das zahlreiche Angebot von desinfizierenden Seifen und wohlriechenden Duschgels macht dieses eine Zeitlang möglich. Bei zu häufiger Benutzung dieser Produkte, wird der natürlich vorhandene Säuregrad der Scheide gestört.

Diese Säure ist dafür zuständig, dass sich keine Bakterien einnisten und somit Krankheiten verursachen. Verringert sich der Säureanteil, wird die natürliche Scheidenflora gestört und ermöglicht die Besiedlung durch den Scheidenpilz.

Medikamente

Nicht nur die Einnahme der Pille, kann durch ihre Zufuhr von Östrogenen eine Infektion im Scheidenbereich bewirken. Medikamente, die bei Rheumaerkrankungen eingenommen werden müssen, begünstigen die Möglichkeit des Entstehens des Pilzes.

Auch bei Kortison Einnahme und während einer Behandlung mit Chemotherapeutika, besteht ebenso diese Gefahr. Am häufigsten kommt die Infektion durch eine Antibiotikabehandlung vor. Diese bewirkt die Abtötung der Milchsäurebakterien, die die Scheidenflora schützen. Durch die Umstellung der Ernährung auf pH-neutraleLebensmittel kann bei einer Pilzinfektion Wunder wirken (Link).

Ungeschützter Sexualverkehr

Das Anstecken der Pilzinfektion durch den Sexualverkehr ist zwar selten, aber nicht auszuschließen. Leidet die Frau ständig unter einem Scheidenpilz, besteht die Möglichkeit, dass der Partner ebenfalls mit dem Pilz infiziert ist. Da der Pilz bei Männern keine Beschwerden auslöst, bleibt er oft unbemerkt und wird so wieder an die Frau weitergegeben.

Enge Kleidung, synthetische Unterwäsche

Damit sich Scheidenpilze ungehindert vermehren können, benötigen sie einen feuchten und warmen Lebensraum. Das Tragen von synthetischer Unterwäsche oder enganliegender Kleidung staut die Wärme und bietet somit den perfekten Nährboden.

Stoffwechselstörungen

Die Erhöhung des Blutzuckerspiegels bei einer Stoffwechselstörung, wie z.B. Diabetes mellitus, bietet dem Pilz die benötigten Nährstoffe zur krankhaften Vermehrung im Scheidenbereich.

Alex Zwerg